Kann man mit Strumpfhosen filtern?

Ja, man kann. Sinnvoll ist es jedoch nicht, denn die Nylons müssen sich der Form des Beines anpassen - sind also dehnbar. Die Maschen der Strumpfhose verändern unter Druck ihre Größe und lassen somit Partikel passieren, die eigentlich herausgefiltert werden sollten.

Aber von vorne: Nylon bzw. Polyamid gibt es seit über 75 Jahren, in den USA wurde die Strumpfhose bereits im Mai 1940 auf den Markt gebracht. Bald wurden die Strumpfhosen auch zweckentfremdet: Beispielsweise als Keilriemen-Ersatz oder – wie Bernd Schwegmann Ende der 1950er Jahre feststellte, als Filter. Er entdeckte bei einer Geschäftsreise durch englische Lackfabriken, dass dort Lacke und Farben mit Damenstrumpfhosen aus Nylon gefiltert wurden. Ihm waren bisher nur Siebe aus Metalldrahtgewebe bekannt. Die Idee mit den Nylon-Strumpfhosen als Filter erschien ihm interessant, da das Material leichter und schneller zu verarbeiten ist als Metall. Ihn störte jedoch, dass sich die Maschen bei Druck veränderten. Er begab sich auf die Suche nach einem Präzisionsgewebe, einem technischen Textil, welches bei Druck die Maschenweite beibehält. Er fand die Lösung bei einem Lieferanten, der Siebgewebe für den Siebdruck herstellte. Das Gewebe ließ sich hervorragend auf einer Nähmaschine verarbeiten und so nähte seine Ehefrau Ursula zu Beginn der 1960er Jahre die ersten Siebbeutel im heimischen Wohnzimmer. 1963 wurde das Patent für „Siebsäckchen aus Natur- oder Chemiefasern“ eingereicht.

Noch heute sind unsere Siebbeutel Stand der Technik für die offene Filtration, nicht nur in der Farben- und Lackindustrie. In unserer eigenen Näherei konfektionieren wir Siebbeutel nach Kundenwunsch, maßangefertigt an die Gegebenheiten in der Produktion unserer Kunden. Dabei verwenden wir silikonarme oder lebensmittelbeständige Materialien (Polyamid, Polyester oder Polypropylen) und bieten eine Auswahl aus über 25 verschiedenen Maschenweiten an (1 µm bis 2000 µm).

Mit einer Strumpfhose kann man einen gewissen Filtrationseffekt erzielen, daher finden sich auch heute noch Anwender für diese Art der Filtration. Will man jedoch eine Filtration mit einer hohen Trennschärfe erzielen, d.h. Partikel bis zu einer definierten Partikelgröße aus einer Flüssigkeit herausfiltern, empfehlen wir den Einsatz unserer Siebbeutel. Wird mehr Durchsatz benötigt oder möchte man ein geschlossenes System verwenden, kommen Ring-Filterbeutel zum Einsatz. Diese Beutel, ebenfalls aus Nylon erhältlich, werden in Beutelfiltergehäuse für eine geschlossene Filtration eingesetzt

Wie genau funktioniert eine Präzisionsgewebe? Hierzu finden Sie Informationen in unserem Bereich Funktion & Einsatz unter Oberflächenfiltration.

Sie wünschen ein individuelles Angebot?

Teilen Sie uns Material, Größe und Anzahl mit und wir erstellen Ihnen umgehend ein unverbindliches Angebot.